Warum Kaffee anregend ist – Neuronale Wirkung entschlüsselt

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Kaffee und selbstverständlich auch Tee, jeweils in Coffein haltiger Form, sind die weltweit am weitesten verbreiteten psychoaktiven Nahrungsmittel mit stimulierender Wirkung. Das ist zum einen der Tatsache geschuldet, dass Coffein ohne erkennbares Suchtpotential die neuronale Aktivität im Gehirn beeinflusst. Zum anderen ist für die weltweite Beliebtheit der Heißgetränke natürlich auch der ziemlich gute Geschmack ihrer vielfältigen Verarbeitungsformen mit verantwortlich. Nur so ist zu erklären, dass selbst die jeweiligen koffeinfreien Varianten von Kaffee und Tee so viele Anhänger gefunden haben.

Coffein – Stimulanz ohne Suchtpotential

Die anregende Wirkung verdanken Kaffee und Tee aber dem Coffein, einem Naturprodukt aus der Gruppe der Xanthine. Weltweit sind mehrere Forschergruppen der interessanten Frage auf der Spur, wie das Coffein nun genau wirkt. So auch in Deutschland am Forschungszentrum Jülich. Dort stellten die Wissenschaftler fest, dass Coffein seine Wirkung in einem bestimmten Areal des Großhirns, dem sogenannten Assoziationskortex entfaltet. Dieses Hirnareal ist beim Menschen für komplexe kognitive Aufgaben zuständig. Allerdings war bisher noch recht wenig darüber bekannt, wie das Coffein unsere kognitive Leistungsfähigkeit nun im Detail beeinflusst. Auch darauf können die Forscher aus Jülich mit ihren Arbeiten nun eine Antwort geben. Wie so häufig in der Natur, ist das Wirkprinzip das sie entschlüsselten weit verbreitet und genial einfach. Coffein hat seinen Wirkort in den Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen, den Synapsen und verhindert dort, dass eine schlafinduzierende Überträgersubstanz, es handelt sich um natürliche Substanz namens Adenosin, aktiv werden kann. Dies geschieht ganz einfach durch Verdrängung. Coffein verdrängt Adenosin aus seinen Bindungsstellen in den Nervenzellen, wodurch deren schlafinduzierende Wirkung aufgehoben wird. Für den stimulierenden Effekt von Kaffee ist auf molekular neuronaler Ebene also eine Verdrängung des schlafinduzierenden Neurotransmitters Adenosin verantwortlich. Und dies geschieht schon in Dosierungen von Coffein, die 2-4 Tassen Kaffee entsprechen. Jetzt ist also wissenschaftlich exakt bewiesen, was Millionen Menschen schon immer wussten. Die morgentliche Tasse Kaffee oder auch Tee vertreibt den Schlaf, hilft beim wach werden und fördert Denkvermögen und geistige Fitness.

Quelle: Kerkhofs A et al. Caffeine Controls Glutamatergic Synaptic Transmission and Pyramidal Neuron Excitability in Human Neocortex. Front Pharmacol. 2018 Jan 4;8:899.

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